Protestmarsch: Stellenumbau stoppen – Schulsozialarbeit erhalten

Die Eltern und Schülerinnen und Schüler der Offenbacher Eichendorff-Schule protestieren heute gemeinsam gegen den Abbau von Schulsozialarbeiterinnen. Rund 96 Prozent der Eichendorffschülerinnen und -schüler haben Migrationshintergrund, die Schulsozialarbeiterinnen sind für die Kinder mehr als nur Berater und Vertrauenspersonen. „DIE LINKE unterstützt die Forderung der Eltern und Lehrerinnen und Lehrer nach dem Erhalt der Stellen. Es darf nicht sein, dass die Kommunen jetzt ausbaden sollen, dass Hessen unter der sogenannten „Schuldenbremse“ ächzt. Geld ist genug da. es wird Zeit, dass endlich umverteilt wird und der gesellschaftliche Reichtum für Schulsozialarbeit und andere sinnvolle Dinge ausgegeben wird“, so Christine Buchholz, Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Kreisvorstandes der Offenbacher LINKEN.

 

Der Text der Kundgebung am Rathaus lautete:

Wir demonstrieren heute für die Erhaltung der Schulsozialarbeit an der Eichendorffschule!

Wir wollen damit zeigen, dass wir das nicht wortlos hinnehmen.

Die Schulsozialarbeit wurde nicht ohne Grund vor über 30 Jahren an der Eichendorffschule etabliert, um Kinder aufzufangen und zu unterstützen, wo Eltern und Kinder gleichermaßen überfordert waren und sind, um ihnen Unterstützungsangebote zu geben und Möglichkeiten aufzuzeigen. In ihrer beratenden Funktion ist sie sowohl für uns Eltern als auch für das Lehrerkollegium unersetzlich. …

Die Eichendorffschule war immer bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen, neue Aufgaben zu meistern. Sie ist eine der ersten Schulen, die den Solidarpakt zur Betreuung von Schülerinnen und Schülern unterschrieb. Mit der Etablierung der Ganztagsklassen entstand eine Verzahnung zwischen zwei Institutionen unter einem Dach, die bis heute wunderbar funktioniert. Die Schulsozialarbeit als Jugendhilfe vor Ort ist im Rahmen dieser institutionellen Zusammenarbeit die Dritte im Bunde. Die Eichendorffschule ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass verschiedene Träger für das Wohl unserer Kinder erfolgreich Hand in Hand arbeiten.

Das wird nun zunichte gemacht und darüber sind wir sehr bestürzt!

Die Eichendorffschule ist in die Zwickmühle mehrerer politischer Entscheidungsträger geraten, welche Massnahmen ergreifen, die unterm Strich unseren Kindern Chancen wegnehmen.

Das Kultusministerium hat sich entschieden, mehr Sozialpädagogen für allgemeinbildende Schulen einzustellen. Das ist auch gut so. Aber wir haben den Eindruck, dass diese neuen Stellen vor allem auch dafür gedacht sind, die Inklusion zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Grundschulen, die in einer Gegend stehen, wo es für Kinder nicht immer leicht ist eine sorglose Grundschulzeit zu verbringen.

Nach dem neuen Verteilungsschlüssel stünde im kommenden Schuljahr der Eichendorffschule eine ½  Stelle an Sozialpädagogen zu. Gegenüber dem jetzigen Stand von 2 Stellen ist das schlichtweg Stellenabbau!

Die städtischen Entscheidungsträger wiederum argumentieren damit, dass die Eichendorffschule mit ihrer Schulsozialarbeit immer ein Privileg genossen habe. Es wäre anderen Schulen gegenüber unfair, die keine Schulsozialarbeit hätten.

Hier werden Notwendigkeiten als Privilegien ausgelegt und Schulen gegeneinander ausgespielt!

Wenn andere Schulen keine Schulsozialarbeit haben, diese aber brauchen, dann schaffen Sie dort bitte Stellen! Aber nehmen Sie der Eichendorffschule die Schulsozialarbeit nicht weg!

Hören sie auf Stellen zu verschieben, und zeigen Sie, meine Damen und Herren in den zuständigen Entscheidungsgremien, pädagogisches Fingerspitzengefühl! Investieren Sie in die nächste Generation und zwar an allen allgemeinbildenden Schulen, wo es  notwendig ist! Es geht hier um unsere Kinder: Es geht um unsere Gesellschaft von morgen!

SCHULSOZIALARBEIT GIBT ES NICHT UMSONST!!

Wir bitten Sie, ihre Entscheidungen nochmals zu überdenken und genauer hinzuschauen,  was die Eichendorffschule mit der Auflösung der Schulsozialarbeit verlieren wird.

Wir überreichen Ihnen heute eine Petition der Eichendorffschule und eine Liste von vielfältigen Aufgaben, Funktionen und  Nachmittagsangeboten, die die Schulsozialarbeit zur  Zeit an der Eichendorffschule noch wahrnimmt und anbietet.

 

Alle hier Versammelten fordern, dass die Schulsozialarbeit an der Eichendorffschule in ihrer jetzigen Zusammensetzung und und ihrem jetzigen Umfang erhalten bleibt.

Jedes Kind hat eine Stimme, die leider oft nicht gehört wird. Symbolisch überreichen wir Ihnen für jedes Kind einen Handabdruck. Er soll Sie daran erinnern, welchen Aufgaben Sie sich hier in Offenbach stellen sollten.

Annika Sparkes, Sonia Harth Vorsitzende & Stellv. Vorsitzende des Schulelternbeirates der  der Eichendorffschule

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