Schultheisweiher – Keine Badegäste sind auch keine Lösung


Der Badebetrieb im Schultheisweiher steht wieder einmal in Frage. Dazu erklärt die Stadtverordnete der Fraktion DIE LINKE. Marion Guth:

„Bevor man den Schultheisweiher für den Badebetrieb sperrt, muss die Stadt alle anderen Lösungsmöglichkeiten prüfen. Der See wird von den meisten Gästen ohnehin nur wenige Wochen im Jahr zum Baden genutzt. Er ist aber ein wichtiger Erholungsraum, und daran mangelt es rund um die Großstadt.

Viele Familien nutzen den Strand als Aufenthaltsort. Im See sind aber meist nur wenige erwachsene Schwimmer zu sehen – das liegt sicher auch am dichten Bewuchs mit Wasserpflanzen. Trotzdem bietet der Schultheisweiher die einzige legale Naturschwimmmöglichkeit in der näheren Umgebung und er ist eine von zwei Bademöglichkeiten, die Offenbach zu bieten hat. Der See gehört zu den wenigen Freizeitangeboten, die auch für Menschen mit wenig Geld zugänglich sind. Für viele Großstädter ist er eine der wenigen Möglichkeiten, Natur zu erleben. Das macht ihn zu einem wertvollen Erholungsraum.

Die Gründe für den schlechten Zustand des Sees sind vielfältig. Der hohe Nährstoffeintrag, der den See immer wieder bedroht, wird sicher nicht allein von den Schwimmern verursacht, sondern auch von den Wasservögeln und der Intensivlandwirtschaft auf den umliegenden Feldern. Es ist absurd und inkonsequent, die Menschen von dem Gewässer auszusperren und den landwirtschaftlichen Nährstoffeintrag weiter zu dulden. Mensch und Natur wäre besser geholfen, wenn die Stadt zum Beispiel einige der landwirtschaftlichen Flächen um den See kaufen und zu Naturschutzgebieten umwandeln würde.“

Die Stadtverordnete der Fraktion DIE LINKE. erklärte weiter: „Es ist die Aufgabe der Stadt, den Schultheisweiher für den Badebetrieb offen zu halten. Die Stadt muss entweder Filteranlagen einbauen, die das Gewässer belüften oder andere Maßnahmen ergreifen, um den Nährstoffeintrag zu senken. Denkbar ist eine bessere Pflege des Wasserpflanzenbestandes oder eine Reduzierung der Intensivlandwirtschaft. Die Badegäste aus dem Schultheisweiher auszusperren ist die schlechteste aller Lösungen.“

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