Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens – 24.08.2017 -19.30h

Am Donnerstag den 24.8.2017 findet um 19:30h die Diskussionsveranstaltung „Ökonomisierung des Gesundheitswesens“ in der Stadthalle Langen statt. Jeannette Hallmann, Jona Löbcke (DIE LINKE im Kreistag Offenbach), Ulrike Eifler (Regionsgeschäftsführerin DGB Südosthessen), Martin Simon Schwärzel (Vorsitzender des Betriebsrates der Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbh) und Janine Wissler (Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Hessischen Landtag) diskutieren die spannenden Entwicklungen in diesem Bereich.

Die derzeitige Situation in den deutschen Krankenhäusern ist katastrophal:

  1. Viele der für die Gesundheitsversorgung notwendigen Kliniken stehen wirtschaftlich am Abgrund, machen Verluste, sind von Schließung, Privatisierung und massiven Abbau ihres Leistungsspektrums bedroht.
  1. Zeitweise irren Rettungswagen über lange Strecken durch die Regionen, um für Notfallpatienten ein passendes Bett zu finden. Kliniken sind stunden- oder tageweise wegen fehlender Plätze oder fehlendem Personal abgemeldet.
  1. Die Beschäftigten in den Kliniken sind massiv überlastet, dokumentieren dies in einer Flut von Gefährdungsanzeigen, fallen wegen Krankheit aus.
  2. Die Beschäftigung in den Kliniken wird für die Pflegekräfte und Ärzt* innen wegen der ständig steigenden Überlastung immer unattraktiver. Es fehlen massiv Arbeitskräfte zur Aufrechterhaltung der Versorgung und ihrer Qualität.

Die Auswirkungen der Privatisierung auf die Beschäftigten und die Gesellschaft
Die jahrelange Überlastung des Personals hört nicht auf.Gute Tarifbedingungen werden verweigert. Arbeitsschutzgesetze werden nicht eingehalten. Gesundheitsdienst-leistungen werden wie Ware verkauft. Zum Konkurrenzkampf zwischen den Kliniken kommt der Verteilungskampf zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor.
Im Aufruf heißt es:

Von der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken Verwaltungsge-sellschaft mbH fordern wir:
Den Abschluss von Tarifverträgen mit DGB Gewerkschaften, die tatsächlich die jeweiligen Beschäftigtengruppen in allen Konzernbetrieben vertreten. Die Beendigung der Zerschlagung von Betriebs- und Mitbestimmungsstrukturen durch Outsourcing, Werkverträge oder Leiharbeit. Das Asklepios-Motto “Gemeinsam für Gesundheit” heißt für uns auch, die Möglichkeit zu schaffen, dass alle im einem Krankenhaus tätigen Gewerke zu einem Betrieb gehören und entsprechend durch einen starken Betriebsrat vertreten werden. Gute Schichtbesetzung mit qualifiziertem Pflegepersonal und qualifizierten Sprachkenntnissen.. Die Einhaltung bestehender Personalbemessungssysteme (z.B. PsychPV).

Von der Politik fordern wir:
Die Politik soll einschreiten, wenn Klinikkonzerne, die sich aus öffentlichen Steuermitteln und Sozialversicherungsbeiträgen finanzieren, durch die Verweigerung von Tarifverträgen und Mitbestimmungsstrukturen einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen.
Der Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH vertritt mehr als 32.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen. Zusammen setzen wir uns für die Forderungen ein:
Gemeinsam für Gute Arbeit! Lassen wir unsere Kollege*innen und die Patienten nicht allein!

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