Elend lindern, Geflüchtete aufnehmen

Die Fraktion DIE LINKE fordert, dass Offenbach freiwillig 100 Flüchtlinge aus Griechenland, der Türkei oder Syrien aufnimmt. Dazu erklärt der Stadtverordnete Sven Malsy:

„Die Offenbacher Stadtgesellschaft muss ihrer menschlichen Verantwortung nachkommen und freiwillig mindestens 100 Menschen aus Griechenland, der Türkei oder Syrien aufnehmen. Wir leben in einem Land, in dem rechtzeitig Maßnahmen ergriffen wurden, um den Corona-Virus einzudämmen. Deshalb haben wir eine relativ geringe Zahl von Infizierten und von Todesopfern.

In den Flüchtlingslagern von Griechenland, der Türkei und Syrien herrschen jedoch katastrophale Bedingungen. Die Menschen sind dort gezwungen, auf viel zu engem Raum zusammen zu leben. Es gibt zu wenige Toiletten und zu wenige Waschgelegenheiten. Die hygienischen Verhältnisse sind unerträglich. Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Herkunftsregion geflohen sind, stehen nun einer neuen Bedrohung ihres Lebens gegenüber. Diesmal können sie nicht fliehen, denn sie müssen in den Lagern bleiben. Dort ist es unmöglich, sich gegen das Virus abzuschirmen. Durch die Lebensbedingungen in den Lagern sind die Geflüchteten erneut in Lebensgefahr.

Die Verhältnisse in den Flüchtlingslagern sind eine Schande und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir müssen jetzt handeln, sonst erleben wir den Tod vieler Menschen, die auf den Schutz Europas angewiesen sind.

Offenbach kann etwas tun, um das Elend zu lindern. Die Stadt kann sich bereiterklären, wenigstens einen kleinen Teil der Menschen aufzunehmen und aus dieser neuen akuten Gefahrensituation zu befreien. Das ist unsere humanitäre Pflicht.

In der Initiative „Sicherer Hafen“ sind mittlerweile über 140 Kommunen versammelt, die sich bereit erklärt haben, Geflüchtete freiwillig aufzunehmen. Wir erwarten, dass die Stadt unserem Antrag folgt und sich bereit erklärt, zumindest einem kleinen Teil der Betroffenen zu helfen.“