Datenbericht Bildung – Ungleiche Bildungsbeteiligung verstärkt angehen

Aus dem Datenbericht Bildung für das Schuljahr 2020/2021 geht hervor, dass es in Offenbach trotz verbesserter Werte im Vergleich zu 2015 noch immer signifikante Unterschiede in der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund gibt. Dazu erklärt die Stadtverordnete Sophie Steiner:

„Der Datenbericht Bildung für das Schuljahr 2020/2021 legt Zahlenvor, die die Einschränkungen durch das Pandemiegeschehen erneutsichtbar machen. Allerdings führt uns der Bericht vor allem ein altbekanntes Problem vor Augen: Die unterschiedlicheBildungsbeteiligung zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Trotz verbesserter statistischer Wertemuss der Angleichung dieses Verhältnisses eine hohe Priorität eingeräumt werden. 

An diversen Bildungsstationen von der Krippe bis zum Schulabschluss ist zu sehen, wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Verhältnis nicht gleichermaßen mit ihren Altersgenoss*innen vertreten sind. Insbesondere die frühkindlichen Bildungsinstitutionen sind jedoch maßgeblich für den weiteren Verlauf der Bildungsbiografie und den Bildungserfolg. Wenig überraschend erscheint die Tatsache, dass in Offenbach Kinder mit Migrationsgeschichte seit Jahren deutlich später eingeschult werden als in anderen hessischen Großstädten. Diese signifikanten Unterschiede sind nicht hinnehmbar. 

Dass wir dieses Missverhältnis angehen müssen, ist eine zentrale Aufgabe bei der Gewährleistung von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, müsseneinerseits das Angebot und die Kapazität bereitgestellt werden, aber auch die Förderprogramme für Familien müssen weiter intensiviert werden. Auch wenn das Bundesprogramm für Sprach-Kitas nun bis Ende 2024 fortgesetzt wird, müssen wir auch als Kommune stabile Strukturen aufbauen. Die Streichung von 72 Stellen im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO) für das Jahr 2023 sendet diesbezüglich leider ein ganz ein anderes Signal.

Im Bildungsbereich im Schulalter gab es durchaus positiveEntwicklungen seit 2015. Und trotzdem ändert sich einentscheidender Aspekt nicht: Je höher die Schulform und der Schulabschluss, desto weniger häufig sind Schüler*innen mit Migrationshintergrund vertreten. Auch wenn die schulische Bildung Ländersache ist, kann die Stadt als Schulträger Infrastrukturen wie Betreuungsangebote der Schulsozialarbeit bereitstellen. Diese Möglichkeiten muss die Stadt besser ausschöpfen, um der ungleichen Bildungsbeteiligung entgegenzuwirken. In unserer stetig wachsenden Stadt braucht es einfach mehr als das Nötigste und das Mindestmaßan Betreuungs- und Bildungsangeboten. Es ist höchste Eisenbahn, dass die Stadt ungleiche Bildungsbeteiligung verstärkt angeht.“