Offenbacher Fahrgäste beim Schienenersatzverkehr nicht im Stich lassen!

Über die Osterferien war der S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptwache und Offenbach Ost aufgrund von Gleisarbeiten für drei Wochen gesperrt. Am Schienenersatzverkehr (SEV) gab es Kritik von Fahrgästen und Verbänden. Die Fraktion DIE LINKE fordert daher, dass die Stadt sich für die Offenbacher Interessen bei der Planung des SEV einsetzt.

Dazu erklärt der Stadtverordnete Markus Philippi:

„Jedes Mal aufs Neue brauchen die Fahrgäste starke Nerven, wenn mal wieder die Sperrung des S-Bahn-Tunnels ansteht. Wer normalerweise in Offenbach problemlos zu- oder aussteigt, musste sich während der diesjährigen Bauarbeiten mit überfüllten, keineswegs barrierefrei nutzbaren Ersatzbussen und schlecht ausgeschilderten Ersatzhaltestellen herumschlagen. Ein guter und gerechter ÖPNV misst sich aber auch an der Qualität des Schienenersatzverkehrs und hier sind Deutsche Bahn und RMV in diesem Jahr durchgefallen.

Natürlich waren die Arbeiten im Tunnel notwendig. Doch sie sind bereits lange im Voraus bekannt gewesen. Man hätte also durchaus einen Schienenersatzverkehr planen können, der alle Fahrgäste mitnimmt und den Wegfall der S-Bahn-Verbindung ausgleicht. Stattdessen gab es viele Probleme, die für berechtigte Kritik von Fahrgästen und dem Verband Pro Bahn gesorgt haben. Für Rollstuhlfahrer*innen, Menschen mit Bewegungseinschränkungen und Menschen mit Kinderwagen waren die Ersatzbusse aufgrund hoher Auslastung und teils fehlender Rampen vor allem zu Stoßzeiten nicht nutzbar. Dazu gab es wegen der schlechten Beschilderung und Ausstattung mit Ersatzfahrplänen große Probleme, sich zu orientieren.

Das alles kostet Zeit und sorgt für Frust. Für diejenigen, die tagtäglich auf die S-Bahn angewiesen sind, ist das nicht zumutbar und darüber hinaus ist es einer so hoch frequentierten Strecke wie Offenbach-Frankfurt völlig unangemessen.

Um wirklich eine Verkehrswende zu erreichen, muss der ÖPNV auch bei zwingend notwendigen Streckensperrungen das attraktivste Verkehrsmittel bleiben – gerade in Offenbach, wo die Fahrgäste bereits durch die Kürzungen im Busverkehr gelitten haben.

Als Fraktion DIE LINKE fordern wir vom Magistrat einen klaren politischen Willen, sich in Zukunft besser für die Rechte der Fahrgäste in Offenbach einzusetzen. Daher beantragen wir zur kommenden Stadtverordnetenversammlung, dass die Stadt über ihren Sitz im Aufsichtsrat des RMV die Interessen Offenbachs beim Schienenersatzverkehr stärker geltend macht und sich für Barrierefreiheit, viele Ersatzfahrten und gut sichtbare Ersatzhaltestellen einsetzt!“