Neubau der Psychiatrie darf nicht weiter verzögert werden

Der Neubau der psychiatrischen Abteilung des Sana-Klinikums wird frühestens 2022 beginnen. Dazu erklärt die Stadtverordnete Marion Guth:

„Die Räume der Psychiatrie im Sana-Klinikum sind völlig veraltet. Ein Neubau ist schon seit 25 Jahren ein Thema. Dass der Baubeginn nun auf frühestens 2022 verschoben werden soll, ist eine wirklich schlechte Nachricht.

Die Räume, in denen eine Behandlung stattfindet, wirken sich auf den Behandlungserfolg von Krankheiten aus. Das gilt für die Psychiatrie ganz besonders. Die Unterbringung der Patienten in der größten Abteilung des Sana-Klinikums ist leider überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Trotzdem wirkt sich die Abteilung positiv auf die Bilanz des Betreibers aus, denn für die Psychiatrie müssen wenig teure Geräte angeschafft werden. Die Psychiatrie trägt also durchaus dazu bei, dass das Sana-Klinikum jährlich Millionengewinne einfährt.

Die Verzögerung des Neubaus wirft ein schlechtes Licht auf den Klinikbetreiber. Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen steigt seit Jahren. Aufgabe des Gesundheitssystems ist es, ihnen eine angemessene Behandlung zukommen zu lassen. Dazu gehört auch, dass die Behandlung in Räumlichkeiten stattfindet, die den Genesungsprozess unterstützen. 

Das medizinische Personal leistet hier eine sehr wichtige und wertvolle Arbeit. Ich erwarte, dass sie darin von ihrer Klinikgesellschaft unterstützt werden, damit diese Arbeit in angemessenen Räumlichkeiten ihre optimale Wirkung entfalten kann.

Psychische Krankheiten werden gerne in eine Schmuddelecke verschoben. Dabei leidet jeder Vierte in Deutschland einmal jährlich unter einer psychischen Krankheit. Das Gesundheitssystem muss endlich auf die steigende Zahl der Erkrankungen reagieren und die Betroffenen angemessen unterstützen. Dazu gehören aus meiner Sicht eine Erhöhung des Gesundheitsetats für Psychotherapie, aber auch eine Verbesserung der Behandlungsbedingungen in der Psychiatrie.“