Legale Graffitiwände einrichten

Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. und der Stadtverordneten Sophie Steiner

„Legale Graffitiwände einrichten“ heißt ein Antrag, den die Fraktion DIE LINKE zur nächsten Stadtverordnetenversammlung eingebracht hat. Dazu erklärt die Stadtverordnete Sophie Steiner:

„Graffiti sind ein Ausdruck von urbaner Kultur. In Offenbach ist es aber schwierig, Flächen zu finden, auf denen legal gesprüht werden kann. Das muss sich ändern und deshalb haben wir einen Antrag gestellt, um legale Graffitiwände einzurichten. Solche Wände gibt es bereits in vielen anderen Städten. In Frankfurt wird zum Beispiel die Galerie am Ratswegkreisel regelmäßig von Sprayern genutzt. Statt grauer Betonwände entstehen dort immer wieder neue Wandbilder. Für die Nutzung gibt es Vereinbarungen, etwa dass die Bilder erst nach einem gewissen Ausstellungszeitraum übersprüht werden sollen. Diese Vereinbarungen werden weitestgehend eingehalten.

Wenn man Graffiti als Kunstform akzeptiert, muss man auch akzeptieren, dass Kunst gesehen werden will. Wichtig ist uns deshalb, dass die Flächen an zentralen Stellen liegen. Damit die Ausstellungszeiträume eingehalten werden können und gleichzeitig neue Bilder entstehen können, sollen die Standorte eine Mindestlänge von 15 Metern haben.

Bisher reagierte die Stadt einzig mit rigiden Verboten auf die lokale Graffitiszene. Die Idee der Stadt, ein „Graffiti-Mobil“ einzurichten, das neue Graffiti schnell beseitigt, zielt lediglich auf eine Verdrängung der Szene. Einerseits zeigt das eine große Intoleranz gegenüber den Sprayern, andererseits verhindert es nicht, dass in der Stadt weiter gesprüht wird. Das kann man rund um den Marktplatz gut beobachten.

Graffiti zu sprühen lernt man nicht in den eigenen vier Wänden. Ein gutes Graffito umzusetzen erfordert viel Übung, und dazu braucht man eben große Flächen, die man besprühen kann, auf denen man Spraytechniken üben und Ideen verwirklichen kann. Gerade Offenbach, eine Stadt, die sich als einer der bundesweit führenden Kreativstandorte versteht, sollte hier mit positivem Beispiel vorangehen und Flächen für legale Graffiti ausweisen. Es gibt genug triste und graue Flächen in der Stadt, denen eine Aufwertung durch Graffiti gut tut.“