Queere Jugendarbeit und Beratungsangebote für Offenbach

Zur Haushaltssitzung in der nächsten Stadtverordnetenversammlung hat die Fraktion DIE LINKE einen Antrag eingebracht, in dem sie die Verstetigung von queerer Jugendarbeit und die Einrichtung von Beratungsangeboten für queere Menschen fordert. Dazu erklärt die Stadtverordnete Sophie Steiner:

„Menschen aus der LSBTIQ-Community sind in unserer Gesellschaft noch immer massiver Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Sie brauchen daher Unterstützungsangebote, die sich spezifisch an ihren Bedürfnissen ausrichten. Insbesondere queere Kinder und Jugendliche brauchen Anlaufstellen und sichere pädagogische Räume, in denen sie in ihrer Identitätsentwicklung begleitet werden.

Städtische Angebote für die LSBTIQ-Community in Offenbach sind kaum vorhanden. So gab es bis Mitte 2022 noch kein pädagogisches Angebot spezifisch für queere Jugendliche in städtischen Einrichtungen. Erst dank der Initiative eines queeren Sozialarbeiters, der sein Anerkennungsjahr an dem Kinder-, Jugend-, Kulturzentrum (KJK) Sandgasse absolvierte, wurde das erste städtische Angebot eines offenen queeren Jugendtreffs ins Leben gerufen. 

Inzwischen ist das Anerkennungsjahr beendet und finanzielle Restmittel sollen das Angebot noch einige Monate aufrechterhalten. Queere Jugendarbeit sollte aber nicht von Eventualitäten abhängen. Deswegen fordert die Fraktion DIE LINKE, dass die queere Jugendarbeit, beginnend mit dem Angebot an dem KJK Sandgasse, in Offenbach verstetigt wird.

Genauso ist es wichtig, dass die Stadt finanzielle Mittel einsetzt für Beratungsangebote für queere Erwachsene. Auch sie brauchen Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen wie beim Coming-out, bei der Familienplanung oder bei Diskriminierungserfahrungen. Dafür fordert die Fraktion DIE LINKE, dass im Haushalt für das Jahr 2023 Mittel für die queere Jugendarbeit und queere Beratungsangebote für Erwachsene bereitgestellt werden.  

In unserer chronisch unterfinanzierten Stadt ist es natürlich nicht leicht, finanzielle Mittel für neue Bereiche einzuplanen. Deswegen schlägt die Fraktion DIE LINKE mit ihrem Antrag vor, den freiwilligen Polizeidienst abzuschaffen und die damit frei werdenden Gelder in die Angebote für queere Menschen einzusetzen. Denn die Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit des freiwilligen Polizeidienstes sind fragwürdig. 

Die Stadt Frankfurt schuf zum Beispiel ihren freiwilligen Polizeidienst ab. Es gab rechtliche Bedenken darüber, ob hoheitliche Aufgaben wie die der Polizei an private Ehrenamtliche abgegeben werden dürfen. Außerdem zeigte die Erfahrung aus Frankfurt, dass die Ehrenamtlichen keine ausreichende polizeiliche Ausbildung durchlaufen und daher unnötig Geld kosten. 

Die Fraktion DIE LINKE vertritt den Ansatz, dass Beratungsangebote und Jugendarbeit der Prävention dienen und vor der Polizei priorisiert werden sollten. Insbesondere die Bedürfnisse von queeren Jugendlichen und Erwachsenen in unserer Stadt müssen endlich ernst genommen werden.“